Altarverhüllung – Fasteninstallation

Fasteninstallation 2005

Das für die Ruprechtskirche konzipierte Projekt setzt sich mit der alten kirchlichen Tradition der „Verhüllung“ auseinander, die bis ins 10. Jahrhundert zurück reicht. Im Zuge der Fasteninstallation 2005 wurde der Altar mittels einer künstlerisch gestalten Hülle „verschleiert“. Auf die Hülle ist das Abbild des Altars in einem Farbverlauf von lila bis weiß gedruckt.
Der Druck gleicht einem Röntgenbild, er macht sichtbar, holt „ans Licht“, ist so auf eine bestimmte Art durchscheinend. Durch diese Gestaltung wird die Struktur des Altars – der gemauerte Block – in seiner Form und Vielschichtigkeit dem Betrachter näher gebracht; der Betrachter wird zu einem neuen Schauen hingeführt. Der Altar ist verhüllt und trotzdem – oder gerade deshalb
besonders präsent. Durch die Verhüllung des Altars entsteht für den Besucher und den Teilnehmer an den liturgischen Feiern ein neues Raumgefühl; sie ermöglicht eine neue, tiefe
Erfahrung des Kommenden. Die Verhüllung nimmt auch Bezug auf die Schriften des Zefania, jenes Buch der Bibel, das in der Fastenzeit 2005 in St.Ruprecht bei den Gottesdiensten gelesen wird
und das von der Buße hin zur Hoffnung führt. Während der Feier der Osternacht wird der Altar enthüllt. Der Altar wird neu wieder entdeckt.

Das Projekt ist eine Gemeinschaftsarbeit von Julia Oppermann und Christof Cremer.

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