Benediktsregel

 
Ut in omnibus glorifi cetur Deus! – Damit Gott in allem verherrlicht werde!
Die Verherrlichung Gottes im Leben und durch das Leben – so lassen sich Sinn und Zweck der Regel des heiligen Benedikt zusammenfassen. In einem Prolog und 73 Kapiteln versucht der italienische Mönchsvater, seinen Schülern hierzu eine Anleitung zu geben. Wege sind unter anderem Gebet, Askese, Gehorsam und klösterlicher Lebenswandel. Benedikt fordert dabei keine Extreme. Er setzt maßvolle Maßstäbe, die für jeden Menschen gelten können. Orientiert an der Heiligen Schrift empfiehlt er zum Beispiel verschiedene Werkzeuge der geistlichen Kunst (Regula Benedicti (RB), Kapitel 4). Dazu zählen die Zehn Gebote oder die Werke der Barmherzigkeit ebenso wie allgemeine Hinweise, etwa nach einem Streit noch vor Sonnenuntergang zum Frieden zurückzukehren (RB 4,73).

In drei Imperativen lässt sich das Wesen der Regel Benedikts ausdrücken:
Ora – bete!
Labora – arbeite!
Lege – lies!

Bete – um Gott in feierlicher Liturgie zu preisen, ihm zu danken und ihn zu bitten. Arbeite – um den Lebensunterhalt zu verdienen und Trägheit und Müßiggang vorzubeugen. Lies – um das Wort Gottes immer besser verstehen und im Alltag verwirklichen zu können. Der heilige Benedikt versteht sein Werk als Hilfe zu Erfüllung und Glück im Leben. Und so heißt es im letzten Kapitel: Wenn Du also zum himmlischen Vaterland eilst, wer immer Du bist, nimm diese einfache Regel als Anfang und erfülle sie mit der Hilfe Christi (RB 73,8).
P. Winfried Schwab OSB, Stift Admont

 

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