Festtagsornat Stift Admont

Konzeption

Den Entwürfen der liturgischen Gewänder, die zum Thema Paradies entwickelt wurden, liegen die Gedanken des letzten Abendmahls, der Hingabe, des Todes am Kreuz sowie der Auferstehung am Ostermorgen zu Grunde. Nur die Erlösung durch Jesus Christus ermöglicht dem Menschen nach dem Tod ein Eintauchen in das Paradies. In der Feier der Eucharistie ist das kommende Paradies für den Menschen spürbar.

Die Gewänder sind in der Form einer Ellipse entwickelt. Einerseits greift sie das Thema Mandola – Brot – Fisch auf, andererseits die Form der gotischen bzw. neogotischen Spitzbögen der Admonter Stiftskirche, die sich auch im Admonter Wappen wiederfinden. Zwei übereinander gelegte Caseln verleihen dem Gewand eine größere Plastizität, mehr Volumen. Sie verweisen aber auch auf den Mönchshabit der Benediktiner, insbesondere das Skapulier. Die Grundform der Casel nimmt auch auf das Brot und damit auf Gründonnerstag Bezug. Das weiße Kreuz, das durch die goldenen Flächen freigelassen wird, deutet auf die Auferstehung Christi am Ostermorgen hin. Das rote Kreuz mit den roten Flächen auf der unteren Casel verweist auf das Leiden und den Tod Christi am Kreuz des Karfreitags. Diese Grundgedanken und damit die Formensprache werden in den weiteren Gewändern variiert.

 

 

Weiterführende texte

P. Winfried Schwab OSB
damit gott in allem verherrlicht werde! oder: sind zeitgenössische paramente auch zeitgemäss?

Dr. Wolfgang Stracke, Paramentenhaus Wefers
eine contradictio in adiecto – in sich ein widerspruch? zu den arbeiten von christof cremer

Fotos: © Julia Oppermann