atelier christof cremer

Christof Cremer ist ein international tätiger Kostüm- und Bühnenbildner sowie Szenograf. Der in Deutschland geborene Künstler leitet ein interdisziplinäres Atelier in Wien und entwickelt gemeinsam mit einem multiprofessionellen Team vielfältige künstlerische Projekte. Das Atelier verbindet künstlerische, wissenschaftliche und technische Kompetenzen, um Inhalte in räumliche und visuelle Gestaltung zu übersetzen.

In Zusammenarbeit mit Kurator:innen, Historiker:innen, Kunsthistoriker:innen und Expert:innen aus Kunstgeschichte, Grafik, Fotografie, Illustration, Architektur, Multimedia und Bühnenbau entstehen Konzepte und Realisierungen für Museen und Ausstellungen, Gedenkorte und Erinnerungskultur, große europäische Bühnen, festliche Inszenierungen sowie Projekte im Bereich der sakralen Kunst.

Inhalte in Form übersetzen – eine Metamorphose

SZENOGRAPHIE

Erzählende Räume schaffen

Mit kreativen Konzepten verwandeln wir Museen, Ausstellungen und Installationen in lebendige, theatrale Erlebnisräume, in denen Objekte und Geschichten mit allen Sinnen erfahrbar werden. Als künstlerische Gesamtleitung realisieren wir Projekte ganzheitlich – von der ersten Idee bis zur feierlichen Eröffnung der Ausstellung.
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100 Jahre Burgenland

Ausstellung
in der Friedensburg Schlaining, Stadtschlaining 
15. August 2021

Stonehenge

Verborgene Landschaften
in MAMUZ Museum Mistelbach
Ausstellungseröffnung 20.03.2016

Geschäftsführung MAMUZ: Matthias Pacher
Wissenschaftliche Gesamtleitung: Dr. Wolfgang Neubauer, Julian Richards
Künstlerische Leitung und Gesamtgestaltung: Christof Cremer
Künstlerische Raum- und Ausstellungsgraphik: Julia Oppermann
Projektleitung Ausstellungsproduktion: Matthias Pacher

Weitere Informationen
© Photos: MAMUZ / Niki Gail

Mozarts Requiem

Installation zur Ausstellung
im Prunksaal der österreichischen Nationalbibliothek, 2005


Auftraggeber: Österreichische Nationalbibliothek Wien
Künstlerische Ausstellungsgestaltung: Christof Cremer


© Entwurf: Christof Cremer, Fotos: Julia Oppermann

Wilhelm Lehmbruck

Austellung
im Leopold Museum, Wien
vom 08. April bis 04. Juli 2016

Kurator(inn)en: Hans-Peter Wipplinger
Ausstellungsarchitektur: Christof Cremer


© Fotos: Lehmbruck Museum, Duisburg

Klima & Ich

Ausstellung
im Museum Niederösterreich, St. Pölten

Haus für Natur

vom 22. März 2020 bis 29. August 2021

 

KuratorInnen: Therese Christine Brandl, Tino Blondiau, Erich Steiner
Künstlerische Gesamtleitung und Gestaltung: Christof Cremer
Grafische Gestaltung: Julia Oppermann

Weitere Informationen...
Plakat: Museum Niederösterreich St. Pölten
Photos: Daniel Hinterramskogler

Lebenslust und Totentanz

Olbricht collection
Ausstellung in der Kunsthalle Krems
vom 18. Juli 2010 bis 07. November 2010

Kuratoren: Wolfgang Schoppmann, Hans-Peter Wipplinger
Ausstellungsarchitektur: Christof Cremer

© Bild: Shades of Olympus, Terry Rodgers

Große Gefühle

Ausstellung
in der Kunsthalle Krems
vom 10. März 2013 bis 30. Juni 2013

Kurator/innen: Brigitte Borchhardt-Birbaumer, Irene Calderoni, Sylvia Ferino-Pagden, Hans-Peter Wipplinger
Ausstellungsarchitektur: Christof Cremer

 

Weitere Informationen

© Bild: Maurizio Cattelan, Bidibidobidiboo, 1996 Installationsansicht
aus: VBK Wien, 2012, Courtesy Fondazione Sandretto Re Rebaudengo, Collection Torino

Kiki Kogelnik

Ausstellung
in der Kunsthalle Krems
vom 14. Juli 2013 bis 06. Oktober 2013.

Kurator(innen): Brigitte Borchhardt-Birbaumer, Hans-Peter Wipplinger
Ausstellungsarchitektur: Christof Cremer

 

Weitere Informationen
Kiki Kogelnik, It Hurts with a Tool, 1975-76
© Kiki Kogelnik Foundation, Wien/New York 2013
Tosca Oper von Giacomo Puccini Theater St. Gallen Premiere: 30. Januar 2016

THEATER

Bühne und Kostüm beflügeln das Spiel

Ob Musik- oder Sprechtheater, Musical, Operette, Ballett oder Tanz – unsere Bühnenbilder und Kostüme für zahlreiche europäische Theater sind immer integraler Bestandteil eines theatralen Gesamtkonzepts. Im Zusammenspiel von Musik, Raum, Kostüm und der Ausdruckskraft der Künstler:innen entstehen eindringliche Bilder und magische Momente.
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Die Präsidentinnen

3 Szenen
Von Werner Schwab
Festspiele Reichenau

 
Premiere: 07. Juli 2023
 

Inszenierung: Cornelia Maria Rainer
Kostüm- und Bühnenbild: Christof Cremer
Licht: Friedrich Rom
Dramaturgie: Angelika Messner

 

© Titelbild: Herzvotiv gegossen aus dem Model Wachs “Zwischen Himmel und Erde“

 

Link Festspiele Reichenau:

https://www.festspiele-reichenau.at/de/spielplan/die-praesidentinnen

Einen Jux will er sich machen

Posse mit Gesang in 3 Akten
Von Johann Nepomuk Nestroy
Festspiele Reichenau

 
Premiere: 01. Juli 2023
 

Regie: Robert Meyer
Kostüm- und Bühnenbild: Christof Cremer
Licht: Friedrich Rom
Musik: Miloš Todorovski
Dramaturgie: Angelika Messner

© Titelbild: Illustration Jovan Sertic

 

 

Link Festspiele Reichenau:

https://www.festspiele-reichenau.at/de/spielplan/einen-jux-will-er-sich-machen

Toybox

Tanzstück von Johnny Lloyd
Oper Köln
Premiere: 09.Februar 2019

Musik: Sven Kacirek
Choreographie und Inszenierung: Johnny Lloyd
CO - Choreographie: Marion Zurbach
Kostüm- und Bühnenbild: Christof Cremer
Licht: Philipp Wiechert

Weitere Informationen

© Entwurf: Christof Cremer

© Photos: Paul LeClaire

La voix humaine

Die menschliche Stimme
Monooper von Francis Poulenc
In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Landestheater Coburg
Premiere: 13. Mai 2017
 

Musikalische Leitung: Hannes Krämer
Inszenierung: Tobias Materna
Kostüm- und Bühnenbild: Christof Cremer

weitere Informationen / Aufführungstermine

© Entwurf: Christof Cremer, Visualisierung: Boris Pavlovski

Vivaldi – Die fünfte Jahreszeit

BaRock-Oper von Christian Kolonovits
Libretto von Angelika Messner

Volksoper Wien
Premiere: 3. Juni 2017
 

Musikalische Leitung: Christian Kolonovits
Inszenierung: Robert Meyer
Kostüm- und Bühnenbild: Christof Cremer
Choreographie: Florian Hurler

Scarlet Pimpernel

Nach dem gleichnamigen Roman von Baroness Emmuska Orczy
Buch und Gesangtexte von Nan Knighton
Musik von Frank Wildhorn

Die Theater Chemnitz
Premiere: 15. Oktober 2016
 

Musikalische Leitung: Jabob Brenner
Inszenierung: Roland Hüve
Kostüm- und Bühnenbild: Christof Cremer

Die Kluge

Oper von Karl Orff
Oper Köln
Premiere: 13. März 2016
 

Musikalische Leitung: Rainer Mühlbach
Inszenierung: Brigitta Gillessen
Kostüm- und Bühnenbild: Christof Cremer

weitere Informationen / Aufführungstermine

Video / Die Kluge / Oper Köln
© Fotos: Paul Leclaire, Steffen Cremer

Lohengrin – Coburg

romantische Oper von Richard Wagner
 

Landestheater Coburg

Premiere: 23.02.2014

 

Opéra de Rouen
Premiere: 31.01.2015

Opéra de Rennes
Premiere: 13.05.2015

 

 

Musikalische Leitung: Roland Kluttig
Regie: Carlos Wagner
Bühnenbild: Rifail Ajdarpasic
Kostüm: Christof Cremer
Lichtgestaltung: Christophe Pitoiset

Video zur Produktion
© Probenfoto: Rifail Ajdarpasic

SAKRALES

Einheit von Raum, Kult und Gewandung

Die Würde des Heiligen Spiels soll sich in liturgischen Feiern in Stil, Form und Farbe der sakralen Gewänder und Geräte widerspiegeln. Wir beschäftigen uns intensiv mit sakraler Kunst und realisieren individuelle Konzepte für sakrale Räume, neue liturgische Gewandung sowie die künstlerische Gestaltung sakraler Bücher.
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Gestaltung der Evangeliare für die deutschsprachigen Bischofskonferenzen – Künstlerausgabe

Evangeliar zur Feier der Heiligen Messe

Künstlerische Gestaltung

Der vorliegende Entwurf steht in der Tradition der sakralen Buchgestaltung und ist doch heutig. Die gesamte Gestaltung des vorliegenden Evangeliars greift auf die Tradition der historischen sakralen Buchgestaltung zurück und übersetzt diese ins Heute.

Unter allen Büchern der Heiligen Schrift, die das Fundament des christlichen Glaubens sind, wird in der Kirche den vier Evangelien besondere Verehrung entgegengebracht. "Denn sie sind das Hauptzeugnis für Leben und Lehre des fleischgewordenen Wortes, unseres Erlösers." (Dei verbum 18) Ob dieser Bedeutung werden sie gesichert, umfangen mit zwei „Bändern“, die in Kreuzform um die gesamten Texte des Buches geschlungen sind, wie bei Reliquien, die in den Altar eingesetzt werden. Diese Bänder ziehen sich vom Vorsatzblatt über den zweifarbigen Goldschnitt bis zum Nachsachsatzblatt. Das ganze Textkonvolut wird von einem Bucheinband umhüllt und beschützt.

Auf dem Bucheinband sind vorne die Anfänge und hinten die Abschlüsse der vier Evangelien auf Altgriechisch abstrahiert positioniert. Die vier Evangelien erzählen die eine Heilsgeschichte im Zeichen des Kreuzes, dieses Kreuz entsteht als (Leer-)Kreuz durch die Positionierung der Texte auf dem Bucheinband und führen das Kreuz des Buchblocks und des Goldschnittes fort.

Als weitere Ebene wird über die Texte eine expressive Mandorla-Form aufgebracht, die den Betrachter gleichsam in das Buch hineinzieht. Die künstlerische Zeichnung bildet auf der einen Seite die Brücke zur Gestaltung der neuen Lektionare und auf der anderen Seite ist es eine Referenz an die Darstellung des thronenden Christus in der Mandorla. Auf der Rückseite wird ein goldenes Kreuz gezeigt.

Die Künstlerausgabe ist die ideale Umsetzung der künstlerischen Gesamtkonzeption. Um die gewünschte Plastizität zu erreichen, werden hochwertigste Materialien von arrivierten Kunsthandwerkern in Einsatz gebracht. Das Buch ist in schweren mit Reliefstickerei versehenen Seidenduchesse gebunden. Vorder- und Rückseite sind mit vergoldeten Messingreliefs bestückt.

 




Künstlerisches Konzept Illustrationen

Den Illustrationen im Evangeliar liegt der Wunsch zu Grunde, dem Text eine bildliche Expression, aus dem Textbild hinzuzufügen. Diese referenzieren zur Einbandgestaltung bei der auch die Texte – Textauszüge als gestalterisches Zentralelement – verwendet werden. Der Leitgedanke ist dabei, dass der Text in seiner Dynamik, in der ihm inhärenten Bewegung zum Betrachter spricht. Es geht um den Gestus und nicht um eine Bebilderung im klassischen Sinne.

Die Illustrationen sind Ergebnis eines aufwändigen, mehrstufigen Prozesses. Grundlage und Ausgangspunkt ist eine theologische Analyse der Textstellen. Sie mündete in einer Verdichtung der Aussage des konkreten Textes in eine Bewegung. Diese wurde von einem Tänzer in einer geleiteten Improvisation umgesetzt und mittels Langzeitbelichtungen und Videos dokumentiert.

Die in verschiedenen Bildebenen überlagerten Bewegungen wurden freigestellt, grafisch bearbeitet und abstrahiert. Die aus diesem Prozess resultierenden Formen wurden mit den ausgewählten altgriechischen abstrahierten Texten gefüllt und in ebenfalls abstrahierte Hintergrundebene implementiert sowie in die jeweils entsprechende liturgische Farbe eingefärbt.

Das Evangeliar lädt nicht nur ein, es im buchstäblichen Sinne „vor-zu-tragen“ und daraus „vor-zu-lesen“, sondern regt durch Form und Gestaltung auch dazu an, „inne-zu-halten“ und dem zu Sehenden und dem Gehörten „nach-zu-gehen“.

 

Format: 24,5 x 34,5 cm, 648 Seiten mit 35 Farbtafeln und zahlreichen Lesebändchen
Ausstattung: Seideneinband mit Stickereien, die abstrahiert die vier Evangelien in Altgriechisch aufnehmen, darauf montiert zwei handvergoldete Messingreliefs, zweifarbiger Goldschnitt, Magnetschließen, lose eingeschlagen in Seidensamt, repräsentative Kassette mit Titel- und Rückenschild.









 

Limitierte Auflage





75 arabisch plus III römisch h.c. nummerierte und signierte Exemplare Subskriptionspreis: € 4.800,-
ab 1. Mai 2023: € 5.500,-

Ausführliche Information / Bestellung:
Buchhandlung Walther und Franz König
Ehrenstraße 4
50672 Köln
order@buchhandlung-walther-koenig.de

Für Rückfragen gerne auch:
atelier@christof-cremer.com

 


Podcast Radio Stephansdom:


https://radioklassik.at/programm/sendeformate/thema/das-neue-evangeliar/






 




Einbandgestaltung: atelier cremer / Christof Cremer, Julia Oppermann

© Visualisierung: Christopher Gruber; Photos: atelier cremer/Jovan Sertic

 

 

Apollinaris Ornat

Für St. Lambertus Düsseldorf
 
von Christof Cremer
 

Das Apollinaris Fest / die Apollinaris Kirmes in Düsseldorf führt viele unterschiedliche Menschen mit Ihren Lebensläufen zusammen. Gläubige, BesucherInnen der Kirmes, SchaustellerInnen, DüsseldorferInnen. Ihre unterschiedlichen Lebenslinien treffen sich  im Kreuz in Christus und bilden gleichsam die Querbalken des Kreuzes. Dies erzählen meine liturgischen neuen Gewänder für diesen Anlass.

 

 

 
© Entwurf: Christof Cremer; Illustrationen: Andrea Költringer;
Realisierung: Paramentenhaus Wefers Köln

Martinsornat

Für den Dom St.Martin Rottenburg
 
von Christof Cremer
 

Konzeptioneller Ansatz – Ein Entwurf für das 21. Jahrhundert

„Martin erinnert uns unablässig daran: Die Kirche ist eine diakonische, eine helfende und heilende Kirche. ... In Martin lebt Jesus selbst auf, der ruft, ihm nachzufolgen und in seiner Spur zu handeln. ... Die Ausstrahlung der Kirche ... ist niemals unabhängig von ihrer wahrnehmbaren und wahrgenommenen Gestalt, vom konkreten Lebens- und Praxisstil, in welchem sich der in ihr herrschende Geist ausdrückt.“ (Gebhard Fürst, Martin von Tours, Ikone der Nächstenliebe, S 111 ff.)

Sulpicius Severus beschreibt in seinem Lebensbericht über Martin anschaulich die Nächstenliebe Martins, als dieser am Tor von Amiens einem Armen die Hälfte seines Mantels schenkt. „Als es Nacht geworden war und er (Martin) sich dem Schlafe hingegeben hatte, erschien ihm Christus, angetan mit dem Teil des Mantels, den er dem Armen gegeben hatte. ... Wahrlich, der Herr gedachte der Worte, die er einst vorhergesagt: Was ihr einem der Geringsten getan, das habt ihr mir getan.“ (Martin von Tours, Lebensbericht von Sulpicius Severus; Hrsg. Joachim Drumm, S 25)

Diese Gedanken greift der vorliegende Entwurf für einen „Martins-Ornat“ auf und übersetzt sie künstlerisch. Im Teilen, im Zerschneiden des Mantels wird die helfende und heilende Kirche, die sich in ihrem Tun auf Christus beruft und von seinem Tun geleitet wird, sichtbar. Und in und durch die handelnde Kirche wird Christus selbst sichtbar, spürbar, erfahrbar, ja begreifbar.

Papst Franziskus wird nicht müde, die Kirche – also die vielen Menschen, die sich zu dieser Kirche bekennen – aufzurufen, zu drängen, sich den Wehrlosen, den Schwachen, den Geringsten zuzuwenden und – gleichsam wie Martin – die Mäntel zu teilen. Martin ein Vorbild für das 21. Jahrhundert, in dem so viele so wenig haben, in dem so viele auf die Zuwendung anderer angewiesen sind. Wo Menschen teilen dort wird Christus das Licht der Welt sichtbar.

Das Gewand, das bei Martin – neben dem realen, wärmespendenden Mantel für den Bettler – darüber hinaus eben auch zum allgemeinen Symbol für Nächstenliebe und Teilen schlechthin geworden ist – und dies seit nunmehr eineinhalbtausend Jahren mit einer beeindruckenden Wirkungsgeschichte im weltweiten Christentum – dieses geteilte Gewand soll in den Entwürfen zum Martinsornat nun selbst sinnfälliges Zeichen in Form und Gestaltung werden.

Vorwort von Bischof Gebhart Fürst

„Gewänder des Heils“ von Wolfgang Urban

„Zeitgenössische Paramente - Martinsornat als Beispiel“ von Wolfgang Stracke

 

weiterführende Links:

Vollbibel für den 102. deutschen Katholikentag in Stuttgart

 
© Entwurf: Christof Cremer; Illustration: Andrea Költringer

Gestaltung der Vollbibel für den 102. Deutschen Katholikentag in Stuttgart

 

















Für den 102. Deutschen Katholikentag in Stuttgart habe ich eine Vollbibel gestaltet. Die Umschlaggestaltung zeigt auf der einen Seite das Kreuz Christi für das Neue Testament, aber auch in stilisierter Form den Anfang des Buch Genesis auf Hebräisch. Das Textbild ist in ein goldenes Dreieck gesetzt. Dieses Dreieck bildet die Brücke zu dem von mir gestalteten Martins-Ornat für den Dom zu Rottenburg, der ebenfalls in den Gottesdiensten getragen wird. Der Leitgedanke hier ist, im Teilen des Mantels wird die Barmherzigkeit Gottes sichtbar. Den Akt des Teilens habe ich versucht in diesen Gewändern fest zu halten.

Weiterführende Links:












Martins-Ornat für den Dom zu Rottenburg

Einbandgestaltung: atelier cremer / Christof Cremer, Julia Oppermann
© Visualisierung: Christopher Gruber
© Illustration Ornat: Andrea Költringer
© Fotos Vollbibel: Klaus Krämer

Liborius Ornat

Für die hohe Domkirche zu Paderborn
 
von Christof Cremer
 

KONZEPTIONELLER ANSATZ

Neben der Auseinandersetzung mit dem Leben des hl. Liborius, der über ihn erzählten Legenden sowie der bekannten Beschreibung der Überführung der Gebeine des Heiligen von Le Mans nach Paderborn – in deren Zentrum ein Pfau steht – bilden die konkreten Texte der Liturgie des Liborifestes und das Studium des liturgischen Raums, für den die nun vorliegenden Gewänder konzipiert sind, die Basis meiner Arbeit. Die Beschäftigung mit der Strahlkraft des Liborifestes, das auch ein Symbol für die Kraft des christlichen Glaubens und dessen Sitz im Leben von uns Heutigen ist, war für mich bedeutsame Grundlage für die künstlerische Gestaltung des Ornates. In der Präfation vom Heiligen Liborius wird gebetet: „... Denn er (Christus) sandte den heiligen Liborius, das Evangelium der Erlösung zu verkünden und die Herzen der Menschen zu erleuchten mit dem Licht des Glaubens. Dem Beispiel Christi, des guten Hirten, folgend, mühte er sich um die ihm anvertraute Herde. ...“ Es ist eine frohe, frohmachende Botschaft, die uns treffen und betreffen will. Die Botschaft von der unsagbaren Liebe Gottes zu seiner Schöpfung, zu uns Menschen. Und es ist die Tatsache, dass Christus uns in diesem Leben nicht alleine lässt, sondern, wie ein guter Hirte, bei uns, um uns, in uns ist. Nicht nur das, er selbst offenbart sich als „der Weg“ (Joh. 14,6), den wir erahnen, beschreiten sollen. Dies alles und, wie schon geschrieben, die Legenden rund um den heiligen Liborius haben mich bei der Erarbeitung des Ornates beschäftigt und erfasst. Dem heiligen Liborius wird in der Kunstgeschichte u.a. der Pfau als Symbol zugeordnet. Wobei es für mich heute nicht mehr darum geht einen Pfau zu applizieren, sondern diese Bilder zu vertiefen und ihnen nachzuspüren. Wie ein (stilisiertes) Pfauenauge verjüngen sich Strahlen vom Halsausschnitt bis zum Saum des Gewandes sowohl in der Breite als auch in der Höhe. Gold steht für die Kraft Gottes, Blau für die Paderquelle als Verbindung zu Paderborn und natürlich auch zur Taufe in Christus. Der Pfau hat der Legende nach den Paderbornern bei der Übertragung der Gebeine des Hl. Liborius den Weg gewiesen, so wie Christus auch uns den Weg weist. Seine Botschaft, sein Leben und sein Sterben am Kreuz bilden für uns Wegweiser in unserem Leben, für unseren Pilgerweg. Dies findet sich im Gewand des Hauptzelebranten wieder, der als Vertreter Christi Vorsteher des Gottesdienstes ist. Sämtliche Gewänder nehmen Bezug auf den Pfau, das Pfauenauge. Dieses gestalterische Grundprinzip wurde für alle Gewandformen übernommen – ob singulär oder mehrfach übereinander – und variiert.
Artikel aus dem Ausstellungskatalog
 

Hans-Josef Becker Erzbischof von Paderborn: Zum Geleit

Msgr. Joachim Göbel Dompropst: Vorwort

Domvikar Gregor Tuszynski: „Ihr Alle, die Ihr auf Christus getauft seid...“ (GAL 3,27)

Wolfgang Stracke: Zeitgenössische Kunst und liturgisches Gewand

Videodokumentation zum Ornat und zur Ausstellung

 
© Fotos: Julia Oppermann

Gestaltung der Lektionare für die deutschsprachigen Bischofskonferenzen

 

Die deutschsprachigen Bischofskonferenzen haben die Neugestaltung der Lektionare als Buchkunstwerk ausgeschrieben. Es sollte eine zeitgenössische, zeichenhafte Gestaltung ohne Schrift entwickelt werden. Zugleich soll durch Stil, Farbe und Form die Würde der Heiligen Schrift und die Erhabenheit liturgischen Feierns betont werden. Und es soll, gerade als Kunstwerk, entsprechend der Liturgiekonstitution des 2. Vatikanischen Konzils, "Zeichen und Symbol überirdischer Wirklichkeiten" sein (Sacorsanctum Concilium 122).

Die Lektionare als Aufbewahrungsort für das verschriftete Wort Gottes dienen der Liturgie, die der Höhepunkt ist, "dem das Tun der Kirche zustrebt" und die "zugleich die Quelle ist, aus der all ihre Kraft strömt" (Scorsantum Concilium 10).

Die von Christof Cremer in Zusammenarbeit mit Julia Oppermann gestalteten Lektionare zeichnen sich durch eine Reduktion und Verdichtung aus und bieten andererseits einen hohen Grad an Wiedererkennung und Unverwechselbarkeit.

Die Gestaltung spiegelt die Bedeutung und den Vorgang der Verkündigung des Wortes Gottes wieder. Die ursprünglich nur mündlichen Überlieferungen wurden verschriftlicht festgehalten und damit überall gleich rezitierbar. Innerhalb des Wortgottesdienstes wird der Buchstabe zum Klingen gebracht und das Wort Gottes breitet sich dynamisch wie in Wellen aus. Die farbigen Parabeln auf dem Einband stehen für die Ausbreitung des Wortes durch Sprechen und Lesen. Sie kommen aus der Unendlichkeit, gehen wieder dort hin, um wie in einer Echokammer weiter zu hallen. Der goldene Einband der Bücher unterstreicht die hohe Wertigkeit ihres Inhaltes.

Der in Heinsberg (D) geborene freischaffende Kostüm- und Bühnenbildner Christof Cremer lebt in Wien und arbeitet international. Neben seiner Tätigkeit für das Theater konzipiert und kuratiert Christof Cremer Ausstellungen und arbeitet als Szenograph. Eine weitere Facette seiner Arbeit bildet die sakrale Kunst. Hier umfassen seine Arbeiten die Entwicklung neuer liturgischer Geräte und Gewänder, sowie die Gestaltung von Kircheninnenräumen sowie Rauminstallationen.

Einbandgestaltung: atelier cremer / Christof Cremer, Julia Oppermann
© Visualisierung: Christopher Gruber
weiterführende Links:
Liturgisches Institut der deutschsprachigen Schweiz

 

Jacobus Ornat – Hilden

Konzeption


Neben der Auseinandersetzung mit dem Leben des Hl. Jacobus und der über ihn verbreiteten Legenden, besuchte ich einige Gottesdienste der Gemeinde. Beides – Leben und Botschaft der Person Jacobus und der konkrete liturgische Vollzug – sowie der liturgische Raum, für den die Gewänder konzipiert wurden, waren und sind wesentliche Kulminationspunkte für meine Arbeit. Die Beschäftigung mit Fragen des Märtyrertums, der Geschichte von Märtyrerfesten, ihrer Bedeutung für das Werden der jungen Kirche und ihre Stellung im Leben von uns Heutigen waren für mich bedeutsame Grundlagen für die Konzeption des vorliegenden Ornates.
Aufruf zur Kreuzesnachfolge – Im Feiern eines Märtyrerfestes gedenken wir auf der einen Seite der konkreten Person und seiner Treue zu Christus und seines Glaubens, der diese Person befähigte Leid und Tod auf sich zu nehmen; auf der anderen Seite kann das konkrete Martyrium für uns Christen ein Beispiel, ein Vorbild, für unseren eigenen Weg im Glauben sein – wenngleich es immer wieder neu in die Zeit hinein „übersetzt“ werden muss. „Nehmt mein Kreuz auf Euch und folgt mir nach…“ diese unmissverständliche und doch auch Widerspruch-erregende Aussage Jesu gibt den Weg vor: Christliche Nachfolge – zumal Kreuzesnachfolge – kann nur getragen in und durch die Geborgenheit der Liebe Christi gelingen. Kreuzes-Nachfolge ist Glaubens-Nachfolge. Ich bin verleitet zu sagen: Auf jeden wartet ein weißes, leeres Kreuz….
Und dann ist da noch ein Zweites: „Wohin wir auch kommen, immer tragen wir das Todesleiden Jesu an unserem Leib, damit auch das Leben Jesu an unserem Leib sichtbar wird. Denn immer werden wir, obgleich wir leben, um Jesu willen dem Tod ausgeliefert, damit auch das Leben Jesu an unserem sterblichen Fleisch offenbar wird. So erweist an uns der Tod, an euch aber das Leben seine Macht.“ (2 Kor 4,10-12) So die Lesung zum Jacobus-Fest. Diesen Gedanken aufgreifend setzte ich in das Zentrum des Gewandes eine Brustplatte – wie ein Herzstück. Diese Brustplatte durchdringt das Gewand und damit den Körper des Trägers. Die Vorderseite der Brustplatte zeigt ein freigelegtes, vertieftes weißes und damit leeres Kreuz, das Kreuz, das auf uns wartet. Diese Brustplatte ist eingebettet in das goldene
T-Kreuz Christi, das Kreuz der Liebe und Geborgenheit. Die weiße Albe des Trägers wird deutlich sichtbar, sowohl im seitlichen, als auch im unteren Gewandabschluss und verlängert dadurch das goldene Kreuz von der Casel in die Albe und damit noch näher zum Träger hin. Es findet eine optische Überleitung statt. Die Gewänder nehmen durch ihre Saumlinie die Form des Spitzbogens der neogotischen Kirche auf. Diese gestalterischen Grundprinzipien wurden auf alle Gewandformen der unterschiedlichen Funktionsträger bzw. Funktionen übernommen. Das goldene Kreuz jedoch bleibt dem Hauptzelebranten vorbehalten, der als Vorsteher des Gottesdienstes der Vertreter Christi im Vollzug des  Gottesdienstes ist.



Artikel aus dem Katalog



Msgr. Ulrich Hennes: Anlass und Zielsetzung

Msgr. Ulrich Hennes: Der neue Mensch im neuen Kleid

Dr. Wolfgang Stracke: Ein Zeichenhafter Glücksfall



 

Fotos: © Julia Oppermann

 

Festtagsornat Stift Admont

Konzeption
Den Entwürfen der liturgischen Gewänder, die zum Thema Paradies entwickelt wurden, liegen die Gedanken des letzten Abendmahls, der Hingabe, des Todes am Kreuz sowie der Auferstehung am Ostermorgen zu Grunde. Nur die Erlösung durch Jesus Christus ermöglicht dem Menschen nach dem Tod ein Eintauchen in das Paradies. In der Feier der Eucharistie ist das kommende Paradies für den Menschen spürbar.

Die Gewänder sind in der Form einer Ellipse entwickelt. Einerseits greift sie das Thema Mandola – Brot – Fisch auf, andererseits die Form der gotischen bzw. neogotischen Spitzbögen der Admonter Stiftskirche, die sich auch im Admonter Wappen wiederfinden. Zwei übereinander gelegte Caseln verleihen dem Gewand eine größere Plastizität, mehr Volumen. Sie verweisen aber auch auf den Mönchshabit der Benediktiner, insbesondere das Skapulier. Die Grundform der Casel nimmt auch auf das Brot und damit auf Gründonnerstag Bezug. Das weiße Kreuz, das durch die goldenen Flächen freigelassen wird, deutet auf die Auferstehung Christi am Ostermorgen hin. Das rote Kreuz mit den roten Flächen auf der unteren Casel verweist auf das Leiden und den Tod Christi am Kreuz des Karfreitags. Diese Grundgedanken und damit die Formensprache werden in den weiteren Gewändern variiert.

 

 
Weiterführende texte
P. Winfried Schwab OSB
damit gott in allem verherrlicht werde! oder: sind zeitgenössische paramente auch zeitgemäss?

Dr. Wolfgang Stracke, Paramentenhaus Wefers
eine contradictio in adiecto – in sich ein widerspruch? zu den arbeiten von christof cremer
Fotos: © Julia Oppermann
Kaffeesiederball 2026

FESTKULTUR

Die Kunst des Feierns zelebrieren

Prunkvolle Feste sind Gesamtkunstwerke – ein harmonisches Zusammenspiel aus Musik, Tanz, Kulinarik, Dekoration und erstklassigen künstlerischen Darbietungen. Mit kreativer Leidenschaft entwickeln wir maßgeschneiderte Konzepte und Inszenierungen für außergewöhnliche Feste und Veranstaltungen. Dazu zählt auch einer der glanzvollen Höhepunkte der Wiener Ballsaison, der Wiener Kaffeesiederball.
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Kaffeesiederball 2023

"Bacchanale" von Charles Camille Saint-Saëns. Ballmusik aus der Oper "Samson und Dalila".
64. Wiener Kaffeesiederball
in der Wiener Hofburg am 3. Februar 2023
Auftraggeber: Klub der Wiener Kaffeehausbesitzer
Künstlerische Gesamtgestaltung: Christof Cremer

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Opernballorchester & Bernd Fröhlich Orchester 
Musikalische Leitung: Laszlo Gyüker
Choreographie: Lukas Gaudernak
Kostüme: Christof Cremer
Kostümumsetzung: Tanja Raab

© Foto: Ashley Taylor

Kaffeesiederball 2022

in der Wiener Hofburg am 18. Februar 2022
Auftraggeber: Klub der Wiener Kaffeehausbesitzer
Künstlerische Gesamtgestaltung: Christof Cremer

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© Foto: Ashley Taylor, Entwurf: Christof Cremer, Visualisierung: Tobias Colz

Kaffeesiederball 2020

in der Wiener Hofburg am 14. Februar 2020
Auftraggeber: Klub der Wiener Kaffeehausbesitzer
Künstlerische Gesamtgestaltung: Christof Cremer

weitere Informationen...
© Entwurf: Christof Cremer, Visualisierung: Tobias Colz

Hofburg Silvesterball 2018/2019

Hofburg Silvesterball
 
am 31. Dezember 2018
Auftraggeber: Hofburg Kongresszentrum
Künstlerische Leitung : Christof Cremer

 

Kartenreservierungen und Informationen
© Foto: Andreas Tischler

Hofburg Silvesterball 2016/2017

Hofburg Silvesterball
 
am 31. Dezember 2016
Auftraggeber: Hofburg Kongresszentrum
Künstlerische Leitung : Christof Cremer

 

Kartenreservierungen und Informationen
© Logo: Wiener Kongresszentrum Hofburg

Barockfest in Schloss Hof

Barocker Kostümball

am 30. Juni 2012

Auftraggeber:
Marchfeldschlösser Revitalisierungs- und Betriebsgesellschaft
Künstlerische Leitung:
Christof Cremer

Schloss Hof, 2012

© Foto: Schloss Hof in einer zeitgenössischen Darstellung von Canaletto (1759)

Kaffeesiederball 2009

„L’Ésprit français“
in der Wiener Hofburg
 
Auftraggeber: Klub der Wiener Kaffeehausbesitzer
Künstlerische Gesamtgestaltung: Christof Cremer
 
Kongresszentrum Hofburg, 2009

© Foto: Michael Grinner

 

 

 

Hofburg Silvesterball 2017/2018

Hofburg Silvesterball
 
am 31. Dezember 2017
Auftraggeber: Hofburg Kongresszentrum
Künstlerische Leitung : Christof Cremer

 

Kartenreservierungen und Informationen
Diadem Philharmonikerball 2026

PRODUKTDESIGN

Symbiose von Inhalt und Form

Produktdesign geht weit über die reine Formgebung eines Objekts hinaus – es schafft vielmehr die Verbindung von Funktionalität, Ästhetik und der sinnlichen Erfahrung der Nutzer:innen. In unserem Atelier entstehen Entwürfe für eine Vielzahl von besonderen Anlässen und Anwendungen, z. B. kunstvoll gestaltete Diademe für die Debütantinnen großer traditioneller Wiener Bälle.
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KUNST

Mensch – Raum – Charakter

In seiner freien künstlerischen Arbeit widmet sich Christof Cremer grundlegenden Themen und Aspekten, die sich aus der großen Bandbreite seiner Tätigkeitsfelder entwickeln. Ein wichtiger Fokus liegt auf der Reflexion kunst- und bauhistorischer Traditionen und der Auseinandersetzung mit deren Bedeutung im Heute.
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Fasteninstallation 2008

Fasteninstallation
in St. Ruprecht Wien

Synagoge Schlaining

Ausstellung
in der ehemaligen Synagoge Schlaining, Stadtschlaining 
30. März 2022
Ehemalige Synagoge Stadtschlaining

Mit dieser restaurierten Synagoge wurde ein Ort der Mahnung und Erinnerung aber auch ein Ort des Dialogs, der Neugierde und des „sich-neu-Kennenlernens“ geschaffen.

Die nun fertiggestellte Dauerausstellung beleuchtet die Entwicklung der jüdischen Gemeinde Stadtschlaining. Durch die ausgestellten Objekte und Texte wird jüdisches Leben, gewesenes, vernichtetes, aber auch heute gelebtes Sein, hier im Burgenland – wie auch der jüdischen Welt – präsentiert und nähergebracht.

Zentrales Element der Ausstellung ist die symbolische Form eines Davidsterns. Der Davidstern besteht aus sechs dreieckigen schwarzen Vitrinensäulen. Ein schwarzer Davidstern. Aber die Vitrinen leuchten - und somit leuchtet der Stern. Ein leuchtender Stern, der das jüdische Leben, historisch und heutig präsentiert. Ein leuchtender Stern für die Hoffnung auf eine leuchtende gemeinsame Zukunft im Verstehen.

Die ehemalige Synagoge beherbergt auch einen Ort des Gedenkens und der Erinnerung an die 1938 vertriebene und vernichtete jüdische Bevölkerung des Südburgenlandes. Der Leitgedanke „Dem Abwesenden Raum geben“ wird in Form einer fragmentarischen, stilisierten Rekonstruktion der Innenraumeinrichtung – als schwarzer Schatten – umgesetzt. Es geht um eine Wiederherstellung des räumlich-synagogalen Sinnzusammenhangs und um eine Rückführung in die Geschichte der Synagoge und der jüdischen Bewohnerinnen und Bewohner Stadtschlainings. Indem die Namen und Lebens-, Leidens- und Todesdaten der letzten Jüdinnen und Juden in die Bänke eingraviert sind, werden die Menschen und ihre individuelle Geschichte zurück nach Stadtschlaining gebracht. Damit sind sie der Auslöschung durch die Nationalsozialisten entrissen. Die Erinnerung an sie, an ihre Geschichte und an ihr Schicksal bleibt wach. Es gibt für die Opfer keinen Grabstein mit ihrem Namen. Jetzt, wo ihr Name in ehrendem Andenken in der Synagoge steht, dient die Installation als Grab- und Gedenkstein. Die Installation entzieht sich jeder Funktionalität und jedem Naturalismus, sie will nicht praktisch sein. Sie ist schwarz. Schwarz als Schatten, Schatten der Vergangenheit und Schatten des Schmerzes, als Ahnung dessen, was hier einmal war.

Damit ein solcher Ort entstehen kann, der informiert und berührt, dafür braucht es Menschen, die miteinander eine Vision entwickeln und verwirklichen und die intensiv und mit Leidenschaft zusammenarbeiten. Die zuständigen Institutionen des Landes Burgenland, die Leihgeberinnen und Leihgeber ebenso wie die israelitische Kultusgemeinde Graz, die israelitischen Kultusgemeinde Wien, LIKRAT, Misrachi Österreich sowie das Österreichische Jüdische Museum Eisenstadt und das Landesmuseum Burgenland.

Nicht zuletzt gilt der Dank dem Team rund um Mag. Norbert Darabos für das Vertrauen, das sie in meine Idee und Konzeption gesetzt haben! Und Prof. (FH) Mag. Awi Blumenfeld von der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, der als wissenschaftliche- und jüdische Begleitung, das Projekt mit viele Leidenschaft betreut hat.

 

Auszüge aus Ausstellungs-Impressum:

Vorsitzender Lenkungsausschuss 100 Jahre Burgenland: Landeshauptmann Mag. Hans Peter Doskozil

KBB – Kultur-Betriebe Burgenland GmbH, Franz Schubert-Platz 6, 7000 Eisenstadt

Standort Friedensburg Schlaining

Geschäftsführung: DI Barbara Weißeisen-Halwax

Projektmanagement und Gesamtkoordination: Mag. Tanja Stacherl, Christoph Langecker

Wissenschaftliche Schirmherrschaft und Standortleitung: Mag. Norbert Darabos

Kuratierung: Mag. Christof Cremer

Wissenschaftliche & Jüdische Begleitung: Prof. (FH) Mag. Awi Blumenfeld

Ausstellungsgestaltung, Künstlerische Leitung und Gestaltung: Mag. Christof Cremer

Mitarbeit Entwurfsplanung: Mag. Franz Ehn

Detailplanung Ausschreibung Örtliche Bauaufsicht: RIGEWA Riedner Gepp Waldhör Architekten ZT GmbH, Arch. Dipl. Ing. Matthias Riedner

Multimedia: ZONE Media GmbH

Grafische Gestaltung: DI Julia Oppermann

Illustration: Jovan Sertić

Bauliche Ausstattung, Ausstellungsbau, Vitrinen und Szenografie: Winter Artservice

Projektleitung: Benjamin Reichert und Herbert Herl

Medientechnik: Winter Artservice und cat-x exhibitions Prix KG

Projektleitung: Florian Prix

Arthandling: vienna arthandling

weitere Informationen

ORF: Burgenland Heute - Beitrag zur Eröffnung der Synagoge

Zelt Gottes

Fasteninstallation 2017
Auftraggeber:
Gemeinde St. Ruprecht
Künstlerische Leitung:
Christof Cremer

KUNSTINSTALLATION ZUR FASTENZEIT

„… ich bin in einer Zeltwohnung umhergezogen.“
(2 Sam. 7,6)
Zur Fastenzeit werden in vielen Kirchen Altarbilder verhüllt. Erst zur Feier der Auferstehung Jesu sind
sie wieder sichtbar. So soll auch der Blick geschärft werden auf Wesentliches.
In der Ruprechtskirche wird in diesem Jahr nicht verhüllt, sondern – ganz im Gegenteil – etwas
hervorgehoben, bewusst gemacht. Auch so soll der Blick geschärft werden auf Wesentliches.
Einige Assoziationen, die beim Betrachten der goldenen Folie möglich sind:
Baldachine gibt es schon seit vielen Jahrhunderten. Sie waren einerseits Sonnenschutz für den
Herrscher und ein klares Zeichen dafür, wo sein Platz, sein Sitz ist.
Die Christen übernahmen den Baldachin ebenfalls als Ehrenzeichen – für Bischöfe, den Papst und
später auch als „Himmel“ über dem Tabernakel oder bei Prozessionen.
König David lässt die Bundeslade, das Zeichen des „Ich-bin-da“, in ein Zelt bringen. Das Zelt wird so zu
dem Ort, wo Gott wohnt.
In dem Text der Offenbarung im Neuen Testament ist zu lesen: „Da hörte ich eine laute Stimme vom
Thron her rufen: Seht, das Zelt Gottes (die Wohnung Gottes) unter den Menschen!“
Der goldene Baldachin über dem Altar ist wie ein Zelt gespannt über dem Ort, an dem seit
Jahrhunderten des Todes und der Auferstehung Jesu gedacht wird und Abendmahl vollzogen wird.
Die goldene Folie, scheint zu schweben, reagiert auf Thermik, ist filigran und federleicht. Und doch ist
sie Schutz: Es wurde für dieses Zelt Rettungsfolie verwendet, in die Menschen bei Unfällen gehüllt
werden. Rettungsfolie, die Flüchtlinge erhalten, wenn sie nach dramatischer und lebensgefährlicher
Fahrt übers Meer am Festland ankommen.
Die Folie reflektiert, wirft goldenes Licht zurück; es scheint, als werden jene, die darunter Schutz,
Geborgenheit suchen zu Königinnen und Königen.
Das Gold der Folie ist auch ein Hinweis auf das kommende Osterfest, auf die Auferstehung Jesu.
Der Künstler Christof Cremer, der diese Kunstintervention gestaltet hat, sagt: „Dieses Zelt, diese Folie
ist für mich auch ein Zeichen für Christus: Er ist unsere Rettungsfolie.“
© Foto: Christof Cremer

Altarverhüllung – Fasteninstallation

Fasteninstallation 2005

Das für die Ruprechtskirche konzipierte Projekt setzt sich mit der alten kirchlichen Tradition der „Verhüllung“ auseinander, die bis ins 10. Jahrhundert zurück reicht. Im Zuge der Fasteninstallation 2005 wurde der Altar mittels einer künstlerisch gestalten Hülle „verschleiert“. Auf die Hülle ist das Abbild des Altars in einem Farbverlauf von lila bis weiß gedruckt.
Der Druck gleicht einem Röntgenbild, er macht sichtbar, holt „ans Licht“, ist so auf eine bestimmte Art durchscheinend. Durch diese Gestaltung wird die Struktur des Altars – der gemauerte Block – in seiner Form und Vielschichtigkeit dem Betrachter näher gebracht; der Betrachter wird zu einem neuen Schauen hingeführt. Der Altar ist verhüllt und trotzdem - oder gerade deshalb
besonders präsent. Durch die Verhüllung des Altars entsteht für den Besucher und den Teilnehmer an den liturgischen Feiern ein neues Raumgefühl; sie ermöglicht eine neue, tiefe
Erfahrung des Kommenden. Die Verhüllung nimmt auch Bezug auf die Schriften des Zefania, jenes Buch der Bibel, das in der Fastenzeit 2005 in St.Ruprecht bei den Gottesdiensten gelesen wird
und das von der Buße hin zur Hoffnung führt. Während der Feier der Osternacht wird der Altar enthüllt. Der Altar wird neu wieder entdeckt.

Das Projekt ist eine Gemeinschaftsarbeit von Julia Oppermann und Christof Cremer.

Benediktsregel

Installation
im Benediktinerstift Admont, 2007

Annäherung

Als Grundgedanke liegt dieser Arbeit die Aussage der Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils zugrunde: In der irdischen Liturgie nehmen wir vorauskostend an jener himmlischen Liturgie teil, die in der heiligen Stadt Jerusalem gefeiert wird, zu der wir pilgernd unterwegs sind (Sacrosanctum Concilium I,8).

Der Weg des Menschen, des Christen, des Pilgers wird in der Installation versinnbildlicht. Als Verbindung zwischen dem Paradies als Ursprung, das im Alten Testament im Buch Genesis beschrieben wird, und der Verheißung des Paradieses im Neuen Testament dienen Taufschale und Altar. Sie stehen für die Quelle – die Eucharistie, aus der sich das Leben des Christen speist. Sie stehen aber auch für Anfang und Ende.

Ein Weg aus Sand, ein Verweis auf den Weg des Volkes Israel durch die Wüste, führt den Betrachter mit Textauszügen vom Taufbecken, welches das Genesis-Paradies beschreibt, zum Altar, der Texte aller vier Evangelien (Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag, Ostermorgen) sowie das Vaterunser trägt. Um den Altar sind die Gewänder – wie für die Feier der Eucharistie – gruppiert, gleichsam zeichenhaft für die Vorauskostung der himmlischen Liturgie. In die Installation integriert sind Zitate aus der Benediktsregel als Lebens- und Glaubensweisheit, als Wegweiser auf dem Pilgerweg zu Gott und damit ins Paradies.