Die von Christof Cremer entworfenen abstrakten Bühnenbilder sind Denkräume und bieten für Regisseur:innen eine enorme Vielfalt an Bespielmöglichkeiten. Seine Bühnenkonzepte sind immer „erzählende Räume“ – sie ermöglichen, unterstützen und beflügeln das Spiel. Es sind Räume, die sowohl durch abstrakte Leere als auch barocke Üppigkeit sprechen und erlebbar werden.
„Meine Tätigkeit als Kostümbildner sehe ich ähnlich wie die eines Bildhauers; der Hauptgedanke ist die Erschaffung einer dreidimensionalen Form der Figur, als Ausdruck ihres Charakters. Meine Kostümideen entspringen meist der Isolierung einer historischen Silhouette. Die Kostüme sind nicht nur Bekleidung auf der Bühne – sie sind Teil des Ganzen, Teil der Handlung. Gedachte Hüllen, mit denen gespielt wird und die – wie die Bühnenräume – bespielt werden, die zusammen mit der darstellerischen Kraft von Sänger:innen, Schauspieler:innen oder Tänzer:innen Charaktere offenbaren, eine Bewegung innehaben und zugleich Überraschungen bergen. Das Ziel meiner Arbeit ist es, jenen magischen Moment spürbar zu machen, in dem Musik, Darstellung, Raum und Kostüm im Kopf der Zuschauer:innen zu einem Ganzen vereint werden. Für mich ist das Publikum Teil des Spiels und der theatralen Szenerie. Ähnlich wie in der Religion interessiert mich am Theater, der Punkt wo Wissen in Ahnen, Spüren, Erahnen und Glauben übergeht. Perfekte Theatermomente sind jene, bei denen Fühlen das Denken ersetzt, und man doch alles versteht.“
