Gestaltung der Evangeliare für die deutschsprachigen Bischofskonferenzen – Standardausgabe

Evangeliar zur Feier der Heiligen Messe

 

Künstlerische Gestaltung

Der vorliegende Entwurf steht in der Tradition der sakralen Buchgestaltung und ist doch heutig. Die gesamte Gestaltung des vorliegenden Evangeliars greift auf die Tradition der historischen sakralen Buchgestaltung zurück und übersetzt diese ins Heute.

Die Texte der vier Evangelien sind das wichtigste und heiligste Dokument, das Fundament des christlichen Glaubens. Dies wird – ob seiner Bedeutung – gesichert, umfangen mit zwei „Bändern“, die in Kreuzform um die gesamten Texte des Buches geschlungen sind, wie bei Reliquien, die in den Altar eingesetzt werden. Diese Bänder ziehen sich vom Vorsatzblatt über den zweifärbigen Goldschnitt bis zum Nachsachsatzblatt. Das ganze Textkonvolut wird von einem Bucheinband umhüllt und beschützt.

Auf dem Bucheinband sind vorne die Anfänge und hinten die Abschlüsse der vier Evangelien auf Altgriechisch abstrahiert positioniert. Die vier Evangelien erzählen die eine Heilsgeschichte im Zeichen des Kreuzes, dieses Kreuz entsteht als (Leer-) Kreuz durch die Positionierung der Texte auf dem Bucheinband und führen das Kreuz des Buchblocks und des Goldschnittes fort.

Als weitere Ebene wird über die Texte eine expressiv Mandorla-Form aufgebracht, die den Betrachter gleichsam in das Buch hineinzieht. Die künstlerische Zeichnung bildet auf der einen Seite die Brücke zur Gestaltung der bereits neu gestalteten Lektionare und auf der anderen Seite ist es eine Referenz an die Darstellung des thronenden Christus in der Mandorla. Auf der Rückseite wird ein goldenes Kreuz gezeigt.

Künstlerisches Konzept Illustrationen

Den Illustrationen im Evangeliar liegt der Wunsch zu Grunde, dem Text eine bildliche Expression, aus dem Textbild hinzuzufügen. Diese referenzieren zur Einbandgestaltung bei der auch die Texte – Textauszüge als gestalterisches Zentralelement – verwendet werden. Der Leitgedanke ist dabei, dass der Text in seiner Dynamik, in der ihm inhärenten Bewegung zum Betrachter spricht. Es geht um den Gestus und nicht um eine Bebilderung im klassischen Sinne.

Die Illustrationen sind Ergebnis eines aufwändigen, mehrstufigen Prozesses. Grundlage und Ausgangspunkt ist eine theologische Analyse der Textstellen. Sie mündete in einer Verdichtung der Aussage des konkreten Textes in eine Bewegung. Diese wurde von einem Tänzer in einer geleiteten Improvisation umgesetzt und mittels Langzeitbelichtungen und Videos dokumentiert.

Die in verschiedenen Bildebenen überlagerten Bewegungen wurden freigestellt, grafisch bearbeitet und abstrahiert. Die aus diesem Prozess resultierenden Formen wurden mit den ausgewählten altgriechischen abstrahierten Texten gefüllt und in ebenfalls abstrahierte Hintergrundebene implementiert, sowie in die jeweils entsprechende liturgische Farbe eingefärbt.

Das Evangeliar lädt nicht nur ein, es im buchstäblichen Sinne „vor-zu-tragen“ und daraus „vor-zu-lesen“, sondern regt durch Form und Gestaltung auch dazu an, „inne-zu-halten“ und dem zu Sehenden und dem Gehörten „nach- zu-gehen“.

 

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Einbandgestaltung: atelier cremer / Christof Cremer, Julia Oppermann

© Visualisierung: Christopher Gruber