Richard Strauss – 100 Jahre Rosenkavalier.

Installation zur Ausstellung

im Prunksaal der österreichischen Nationalbibliothek
vom 6. November 2010 – 6. März 2011

„Wie alles in dem Stück – zugleich echt und erfunden….“

Konzeption zur Rauminstallation: Christof Cremer

In der Oper „Der Rosenkavalier“ von Richard Strauss, basierend auf dem Libretto von Hugo von Hoffmannsthal, bildet die Selbsterkenntnis der  Hauptfigur, der Feldmarschallin, über die eigne Vergänglichkeit, das zentrale Motiv. Als Handlungsort wird vom Librettisten Wien angegeben und als Handlungszeit die ersten Regierungsjahre von Kaiserin  Maria Theresia. Das stimmt ungefähr mit der Bauzeit des Prunksaals überein; somit könnte der Prunksaal einer der Handlungsorte der Oper sein. In der Mitte des Prunksaals wird um die Skulptur Kaiser Karls ein verspiegeltes Podest gebaut. Der Podestrand ist mit allen Figurinen von Alfred Roller zur Uraufführung des Rosenkavaliers bestückt. Auf dem verspiegelten Podest werden vier Personenkonstellationen nachgestellt. Es handelt sich hierbei um die vier zentralen Szenen der Oper. Die Figuren drehen sich um sich selbst, der Betrachter sieht zum einen die Rollersche Figurine und dann sieht er sich selbst, denn die Rückseite jeder Figur ist ebenfalls verspiegelt. Der Betrachter kann in die Charaktere der Oper schlüpfen und gleichzeitig kann er  die Selbsterkenntnis der Feldmarschallin nachvollziehen. Der Betrachter wird so zum Mitspieler. Auch wird der barocke Raum im Podest gespiegelt und bildet gleichsam Bühnenbild. Wie bei einer Spieluhr wird die Bewegung der Figuren von einem Walzer aus dem Rosenkavalier als Hintergrundmusik unterlegt.

© Visualisierung: Tobias Colz, Entwurf: Christof Cremer